DIK e.V. Hannover

Do, 28.09.2017, 19:00 Uhr
Weltkulturerbe Ravenna – Unvergleichliche Mosaikkunst des 5. und 6. Jahrhunderts.

News zu Archiv | Archivio vom 21. September 2017

Lichtbildervortrag von Dipl-Päd. Irmgard Bogenstahl (Hannover)

Theatermuseum Veranstaltungssaal
Prinzenstraße 9, 30159 Hannover
[Haltestelle „Schauspielhaus / Thielenplatz“ der Buslinien 100, 121, 128, 134 und 200. In kurzer Distanz liegen auch die Stadtbahn-Haltestellen „Aegidientorplatz“ und „Kröpcke“]

 

Nach der Zeit als römischer Kolonie und zweitgrößtem Flottenstützpunkt sowie der Gründung eines Bischofssitzes am Ende des 2 Jhs. kamen auf Ravenna neue Aufgaben zu: Theodosius I. hatte im Jahre 380 das Christentum zur römischen Staatsreligion erhoben, sein Reich wurde nach seinem Tod im Jahre 395 zwischen seinen Söhnen Honorius und Arkadius geteilt. Honorius verlegte im Jahre 402 die Hauptstadt des weströmischen Reiches von Mailand nach Ravenna (bis 476). Dann eroberte der Ostgote Theoderich die Stadt, führteden arianischen Glauben ein und lenkte sie durch eine friedliche Periode. Diese endete 535 mit der Eroberung durch die Byzantiner unter Justinian I.

Ravenna wurde so zum Bindeglied des Orients mit dem Abendland in der Epoche des Übergangs von der Spätantike zum Mittelalter. Am nachhaltigsten wirken bis heute die Mosaiken aus dem 5. bis 6. Jh., während diejenigen im oströmischen Reich fast alle dem Bilderstreit zum Opfer fielen.
Der alte Dom der Orthodoxen ist nicht erhalten, aber ihr Baptisterium sowie das Mausoleum der Galla Placidia (Schwester des Honorius), beide etwa aus dem Jahr 450. Aus ostgotischer Zeit vom Ende des 5. Jhs. stammen das Baptisterium der Arianer und Sant‘Apollinare Nuovo. Unter Justinian wurden San Vitale (548) und Sant‘Apollinare in Classe (549) geweiht.

Irmgard Bogenstahl arbeitet seit 1990 als Diplom-Pädagogin in der Erwachsenenbildung. Schwerpunkte der Vorträge und Seminare sind dabei Geschichte, Literatur und Kunstge­schichte Italiens, Deutschlands und Großbritanniens. Seit 1999 führen sie und ihr Mann in Hannover eine eigene kulturelle Einrichtung für Ausstellungen und Vorträge, das studioARCUS.

Anmerkung der Redaktion: Ravenna ist im kommenden Jahr vom 18.-21.05.2018 Gastgeber der „Deutsch-Italienischen Kulturbörse“, die alle zwei Jahre abwechselnd in Deutschland und Italien stattfindet. Die Vereinigung Deutsch-Italienischer Kulturgesellschaften VDIG wird zusammen mit unserer Schwestergesellschaft ACIT Ravenna ein reichhaltiges kulturelles Programm vorbereiten, zu dem alle reiselustigen DIK-Mitglieder herzlich eingeladen sind. Der wunderbare Gedankenaustausch zwischen Italienern und Deutschen bei der vorangegangenen Deutsch-Italienischen Kulturbörse 2016 in Lübeck machen diesen internationalen Treffpunkt zu einem Geheimtipp.