Deutsch-Italienische Kulturgesellschaft e.V. Hannover

‘Vorträge | Conferenze’

Do, 23.05.2019, 19:00 Uhr – DAL BRIGANTAGGIO ALLA MAFIA

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 17. Mai 2019 um 21:10

Die Entwicklung des organisierten Verbrechens aus dem Banditentum in Italien und Europa – Vortrag in italienischer Sprache mit deutscher Übersetzung

PROF. DR. ENZO CICONTE, UNIVERSITA di PAVIA
Theatermuseum, Prinzenstr. 9, 30159 Hannover

Prof. Enzo Ciconte, Universitätsdozent, einer der führenden Mafiaexperten Italiens und ehemaliger Parlamentsabgeordneter, forscht und lehrt seit Jahren zu den gesellschaftlichen und kulturellen Wurzeln der Mafia in Italien. Lange galt die Mafia als ein Mischung aus Mythos und Banditentum mit lokalem Einfluss. Seit der Einigung Italiens entwickelte sie sich jedoch unaufhaltsam zu einer global agierenden Unternehmerorganisation mit nur einem Geschäftszweck: Förderung der organisierten Kriminalität mit maximaler Gewinnorientierung. Der Vortrag beleuchtet die verschiedenen Mafiatypen in Italien, die (unredliche) Rolle gesellschaftlicher Akteure wie Staat, Kirche und Parteien sowie schlußendlich die Transformation hin zu einer weltweit vernetzten kriminellen Organisation.

Sa, 08.06.2019, 16:00 Uhr – „Urbino: Hauptstadt der Renaissance und Hochburg der modernen Architektur?“

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 10. April 2019 um 08:57

Dott. Flavio Venturelli, Karlsruhe

08.06.2019, 16.00 Uhr, Theatermuseum

Urbino ist ein beliebtes Ziel für Kulturreisende in Italien. Sicher ist dies der Vision eines Fürsten der Renaissance wie Federico da Montefeltro, nach Bernd Roeck auch als der „Nase Italiens“ bekannt, zu verdanken. Dennoch – so bedeutend Rafaels Geburtsstadt sein mag – war Urbino in der Nachkriegszeit durch Leerstand und Zerfall bedroht. Dass ihr Palazzo Ducale und ihre malerischen Gässchen wiederbelebt worden sind und heute noch bewundert werden können, ist auch eine Folge moderner Architektur und Stadtplanung, insbesondere danke einem ihrer Vertreter, Giancarlo De Carlo, der 2019 100 Jahre alt geworden wäre. Für manche mag diese Wendung als Paradox erscheinen. Ist sie aber tatsächlich ein solches?

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Collegi_Universitari_Urbino.jpg

Flavio Venturelli wurde in Rom geboren. Nach seinem Architektur- und Landschaftsarchitekturstudium in Ancona und Hannover fokussierte sich seine Interesse auf die Untersuchung der Zusammenwirkung von Raum, Gesellschaft und Gedächtnis an Beispielen in den italienischen Marken aus der Zeit nach dem 1. und 2. Weltkrieg bzw. im Raum des Comer See aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Do, 11.04.2019, 19:00 Uhr – DIAGNOSTIK AUF BILDERN – ZWISCHEN ROM UND FLORENZ

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 1. März 2019 um 17:36

PROF. DR. HELMUT HALLER, HANNOVER
Theatermuseum, Prinzenstr. 9, 30159 Hannover

Die ärztliche Diagnose ist die Kunst wahrzunehmen und zu erkennen.

Der „ärztliche Blick“ muss geübt und geschärft werden.  Dies kann auch auf und mit Gemälden der italienischen Renaissance erfolgen.  Der Realismus, welcher in der italienischen Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts entwickelt wurde, ist eine gute Grundlage in Portraits und Darstellungen aus dieser Zeit „Patienten“ und ihre Krankheiten zu entdecken.

Prof. Dr. med Hermann Haller, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen der MHH, verwendet unterschiedliche Gemälde, um mit den Studierenden Diagnostik, aber auch ein Verständnis der historischen Situation und, nicht zuletzt, die Situation des Malers und seines Publikums zur damaligen Zeit zu studieren. In einem Vortrag wird er Beispiele von Malern des Quattrocento (Botticelli, Ghirlandajo, Piero de la Francesca) und des Cinquecento (Raffael, Leonardo, Bronzino) vorstellen, die Diagnosen erläutern und die Gemälde in ihrem historischen Hintergrund erläutern.

Sa, 23.03.2019, 15:00 Uhr – FAKE NEWS IN DER ANTIKE

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 25. Februar 2019 um 22:40

DR. ALEXANDER MLASOWSKY, BURGDORF

Theatermuseum, Prinzenstr. 9, 30159 Hannover

In den letzten drei Jahren werden wir mit dem Phänomen „Fake News“ konfrontiert, vor allem seit Donald Trump das Amt des Präsidenten der USA übernommen hat. Er beschimpft die Presse, über in Fake News zu verbreiten, verfaßt aber selbst Falschnachrichten bei Twitter bewußt für politische Zwecke. Doch ist dieses Verhalten der Machthaber so neu? In diesem Vortrag soll gezeigt werden, daß bereits im Alten Orient Falschnachrichten und Meinungsmanipulationen eingesetzt wurden. Doch in der römischen Zeit wurde diese Art von politischer Agitation nahezu vervollkommnet, wie man an den Reliefs und vor allem den Münzen erkennen kann.

Quelle: www.acsearch.info

 

Fr, 07.06.2019, 18:30 bis 20 Uhr – VENERDÌ ITALIANI: UN’ITALIA MAI VISTA

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 24. Februar 2019 um 21:32

Eine Kooperation zwischen dem Fachsprachenzentrum der Leibniz Universität und

der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft e.V.

Fachsprachenzentrum, Welfengarten 1, 30167 Hannover

Raum F018

Eintritt frei

Una nuova serie di incontri in italiano aperta a tutti, che prosegue la collaborazione tra DIK e FSZ per parlare di luoghi che non tutti conoscono. Un’Italia poco nota e poco celebrata, ma non per questo meno attraente. Un’Italia mai vista.

Eine neue, für alle offene Vortragsreihe auf Italienisch, die die Zusammenarbeit zwischen DIK und FSZ fortsetzt, um über Orte zu berichten, die wohl nicht alle kennen. Ein weniger bekanntes und gerühmtes, aber doch nicht weniger attraktives – eben ein noch nie gesehenes Italien.

7. Juni: Il Sulcis Iglesiente e Carbonia (Sardegna)

Mit Dott.ssa Manuela Melis

 

Il Sulcis Iglesiente è un’antica regione storica e geografica situata a sud-ovest della Sardegna. Terra di forti contrasti, è conosciuta soprattutto per i depositi minerari e di carbone, scoperti già cinquemila anni fa. Il territorio racchiude in sé degli angoli affascinanti e delle curiosità storiche. Faremo un viaggio insieme per scoprire Sulki, una delle città più antiche d’Italia, ricostruiremo la storia di Carloforte e del dialetto tabarchino così come quella della moderna città di Carbonia con le sue miniere, ormai in gran parte abbandonate, conosceremo meglio la struttura di Porto Flavia e ammireremo il territorio ancora selvatico e incontaminato, in particolare laddove l’uomo non è riuscito a lasciare il suo profondo segno.

 

Manuela Melis è nata e cresciuta in Sardegna. Dopo aver studiato tedesco a Roma, è arrivata in Germania nel 2011 attraverso un programma europeo per neolaureati. Insegnare la lingua italiana è sempre stata una sua passione, che da diverso tempo è diventata la sua professione. Tra gli altri, ad Hannover ha lavorato per il centro linguistico dell’Università Leibniz, per la DIK e la Volkshochschule “Ada und Theodor Lessing”.

 

Das Sulcis Iglesiente ist ein historisches und geographisches Gebiet im Süd-Westen Sardiniens. Starke Kontraste kennzeichnen das Land, das vor allem wegen seiner schon vor 5000 Jahren entdeckten Kohle- und Mineralablagerungen bekannt ist. In ihm sind aber auch faszinierende Ecken und historische Kuriositäten geborgen. Gemeinsam werden wir eine Reise antreten, um Sulki zu entdecken, eine der ältesten Städte Italiens. Wir werden die Geschichte von Carloforte und des Tabarkino-Dialekts nachverfolgen und die moderne Stadt von Carbonia kennen lernen, deren Zechen heutzutage nicht mehr in Betrieb sind. Wir werden die Struktur von Porto Flavia und das noch wilde und unberührte Land bewundern, insbesondere da, wo der Mensch sein Zeichen nicht so tief hinterlassen konnte.

 

Manuela Melis ist auf Sardinien geboren und aufgewachsen. Nach dem Germanistik-Studium in Rom kam sie im Jahr 2011 durch ein europäisches Austauschprogramm nach Deutschland. Das Unterrichten der italienischen Sprache war schon immer ihre Leidenschaft, die sie jetzt seit längerer Zeit als Beruf ausübt. Unter anderem hat sie in Hannover für das FSZ der Leibniz Universität, für die DIK und die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule gearbeitet.

Fr, 26.04.2019, 18:30 bis 20 Uhr – VENERDÌ ITALIANI: UN’ITALIA MAI VISTA

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 9. Februar 2019 um 23:12

Diskussion auf Italienisch nach Kurzvortrag in italienischer Sprache

Eine Kooperation zwischen dem Fachsprachenzentrum (FSZ) der Leibniz Universität und der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft e.V. Hannover (DIK)

Fachsprachenzentrum der Uni Hannover

Trakt F, Raum F018
Direkter Zugang F am nordwestlichen Flügel des Hauptgebäudes

Welfengarten 1, 30167 Hannover

[Haltestelle: Leibniz Universität – Linie 4 + 5]

Eintritt frei

Una nuova serie di incontri in italiano aperta a tutti, che prosegue la collaborazione tra DIK e FSZ per parlare di luoghi che non tutti conoscono. Un’Italia poco nota e poco celebrata, ma non per questo meno attraente. Un’Italia mai vista.

Eine neue, für alle offene Vortragsreihe auf Italienisch, die die Zusammenarbeit zwischen DIK und FSZ fortsetzt, um über Orte zu berichten, die wohl nicht alle kennen. Ein weniger bekanntes und gerühmtes, aber doch nicht weniger attraktives – eben ein noch nie gesehenes Italien.

26. April: Il Subappennino Dauno (Puglia)

Mit Dott.ssa Leonarda Del Nobile

Il Subappennino Dauno è una zona della Puglia nord-occidentale in egual misura sconosciuta agli italiani e agli stranieri. Si tratta di un territorio montuoso poco popolato, al confine con il Molise e la Campania, lontano dai soliti circuiti turistici. In questa presentazione andremo alla scoperta dei Monti Dauni: la loro storia antica, i boschi di faggio e quercia, gli incantevoli (ma sempre più spopolati) paesini, alcuni dei quali figurano nella lista dei “Borghi più belli d’Italia” o possono fregiarsi della “Bandiera Arancione” del Touring Club Italiano. Faremo anche la conoscenza di Faeto e Celle di San Vito, dove è di casa l’unica minoranza francoprovenzale dell’Italia Meridionale. Non mancherà naturalmente uno sguardo alle tradizioni culinarie e popolari del posto.

Leonarda Del Nobile viene dalla Puglia e ha studiato Lingue e Letterature Straniere a Bologna. Alla fine del 1997 si è trasferita ad Hannover e poco dopo ha cominciato a insegnare con molto piacere italiano alla Volkshochschule locale. Da cinque anni lavora anche al centro linguistico dell’Università Leibniz di Hannover.

 

Der Subappennino Dauno ist ein sowohl Ausländern als auch Italienern weitgehend unbekanntes Gebiet im Nord-Osten Apuliens. Es handelt sich um eine wenig besiedelte bergige Region an der Grenze zu Molise und Kampanien, fernab der üblichen touristischen Routen. In diesem Vortrag werden wir uns auf eine Entdeckungsreise zu den Daunischen Bergen begeben: ihre antike Geschichte, ihre Buchen- und Eichenwälder, ihre entzückenden (wenn auch immer dünner besiedelten) Dörfer, von denen einige in der Liste der “Borghi più belli d’Italia” geführt werden oder sich mit der „Orangenen Fahne“ des Touring Club Italiano schmücken dürfen. Außerdem werden wir Bekanntschaft mit Faeto und Celle di San Vito machen, wo die einzige franko-provenzalische Sprachminderheit Süditaliens zu Hause ist. Auch ein Blick auf lokale kulinarische und volkstümliche Traditionen wird nicht fehlen.

Leonarda Del Nobile kommt aus Apulien und hat Literatur- und Fremdsprachenwissenschaft in Bologna studiert. Ende 1997 kam sie nach Hannover und begann kurze Zeit später mit großer Freude Italienisch an der hiesigen Volkshochschule zu unterrichten. Seit fünf Jahren ist sie auch am FSZ der Leibniz Universität Hannover tätig.

Sa, 16.02.2019, 16:00 Uhr – Ein Blick auf Sizilien als literarische Landschaft

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 7. Februar 2019 um 22:26

Dr. Jochen Trebesch, Botschafter a.D., Berlin und Rom

In Kooperation mit dem Italienischen Generalkonsulat Hannover
Sa. 16.02.2019, 16 Uhr, Italienisches Generalkonsulat
Freundallee 27, 30173 Hannover

Eine virtuelle Reise durch die literarischen Landschaften und Orte Siziliens von der Antike bis in die Gegenwart.
Botschafter a.D. Dr. Jochen Trebesch, der u.a. eine Biographie Giuseppe Tomasi di Lampedusas geschrieben hat und Mitautor des Buches „Sizilien – Ein literarischer Begleiter“ ist, wird über sizilianische und auswärtige Autoren sprechen und lesen. Sie wurden in ihren Werken von den einander überlagernden und ineinander verzahnten Kulturschichten der Insel angeregt. Die Anziehungskraft dieser literarischen Landschaft ist nach wie vor stark. Sie bietet weiterhin Entdeckerfreuden in Hülle und Fülle. Sizilien war und ist nicht nur eine Reise, sondern auch eine an der Literatur ausgerichtete Rundfahrt wert. Vor allem sizilianische Schriftsteller wie Luigi Pirandello, Salvatore Quasimodo oder Stefano D’Arrigo sollen Sie auf dieser virtuellen Rundfahrt begleiten: „Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem“, stellte bereits Johann Wolfgang von Goethe 1787 in der Italienischen Reise fest.
Foto Tomasi di Lampedusa: https://it.wikipedia.org/wiki/File:Tomasi_di_Lampedusa.jpg

Der Autor

Dr. Jochen Trebesch, Botschafter a.D., Mitglied des P.E.N. (*1944) hat sein Abitur an der Deutschen Schule in Rom gemacht und Rechtswissenschaften und Geschichte in Bonn, Berlin und an der Georgetown University in Washington D.C. studiert, mit Studienaufenthalten in Cambridge und Grenoble. Er wurde mit einer Arbeit über amerikanisches Verfassungsrecht promoviert.
Von 1972 bis 2009 war er im Auswärtigen Amt mit Auslandsverwendungen u.a. bei der EU in Brüssel (mehrfach), Rom (mehrfach), USA, Helsinki, Zypern, zuletzt als Botschafter in Pressburg (Slowakei) tätig.

Bücher: Giuseppe Tomasi di Lampedusa. Leben und Werk des letzten Gattopardo; Das Sizilien Giuseppe Tomasi di Lampedusa; „Sizilien – Ein literarischer Begleiter“ (zusammen mit einer Mitautorin); Verliebt oder verloren in Rom. Schriftsteller von Dante Alighieri bis Navid Kermani erleben die Ewige Stadt; Italienische Autoren in Berlin, Essays über Diplomaten-Schriftsteller und Diplomaten in der Belletristik; mehrere Bände mit Essays zur Literatur. Er arbeitet z.Zt. an einer Biographie Luigi Pirandellos.

Sa, 4.05.2019, 16:00 Uhr UNTERWEGS MIT HERMANN HESSE DURCH ITALIEN

In Archiv | Archivio, Reisen | Viaggi, Vorträge | Conferenze zu 1. Februar 2019 um 22:59

Ein literarisch-kulturgeschichtlicher Bilder-Streifzug vom Comer See bis nach Umbrien

Klaus Kirmis, ReiseKunst, Osnabrück
Museum August Kestner, Trammplatz 3,  30159 Hannover

Alle freiwilligen Reisen meines Lebens waren nach Süden gerichtet
Hermann Hesse

Hermann Hesse, 1877 in Calw/Württemberg geboren und hochbetagt 1962 in Montagnola bei Lugano gestorben, ist nach wie vor einer der meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. „Unterm Rad“, „Siddhartha“, „Der Steppenwolf“ und „Das Glasperlenspiel“ zählen zu seinen bekanntesten Werken.

Den Goethe-Verehrer Hesse zog es immer wieder unwiederstehlich auf die Appenin-Halbinsel. Worüber der „Baedeker unverantwortlich schweigt“, das finden wir in Hesses Tagebüchern und Reiseskizzen so anschaulich und poetisch geschildert, daß es auch heute noch ein Genuss ist, die Landschaften, Städte und Sehenswürdigkeiten Ober- und Mitteltaliens, die er in vielschichtigen Reiseeindrücken beschrieben hat, mit seinen Augen zu erleben. Dieser literarische und kunstgeschichtliche Streifzug führt von den oberitalienischen Seen über Venedig, Ravenna, Pisa und Florenz bis zu umbrischen Kunststädten.

Referent:

Klaus Kirmis, Osnabrück, ist als Kunstpädagoge seit über 35 Jahren in der Erwachsenenbildung, insbesondere in Volkshochschulen und Kunstvereinen, tätig.

Als Referent und Dozent behandelt er eine Vielzahl von länderkundlichen und kunstgeschichtlichen Themen, darüberhinaus organisiert und begleitet er Studienreisen, u.a. nach Italien.

Do, 24.01.2019, 19:00 Uhr – TIZIAN UND DIE RENAISSANCE IN VENEDIG

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 19. Januar 2019 um 22:44

Dr. Rainer Grimm

Theatermuseum
Prinzenstraße 9, 30159 Hannover

Vom 13. Februar bis zum 26. Mai zeigt das Städel Museum in Frankfurt eine Ausstellung unter dem Titel: ‚Tizian und die Renaissance in Venedig‘. Die DIK Hannover nimmt das zum Anlass, einen Vortrag dazu anzubieten.

Am Ende des 15. Jahrhunderts kam Tizian nach Venedig, bei Giovanni Bellini erhielt er den ersten Unterricht und zusammen mit Giorgione entwickelte er eine eigenständige Form der Renaissancemale-rei. Während Giorgione aber schon sehr früh starb, hatte Tizian in Venedig aber auch darüber hinaus großen Einfluss auf die nachfolgenden Künstler – etwa auf Sebastiano del Piombo, Lorenzo Lotto, Jacopo Tintoretto oder Paolo Veronese.

Bei der nebenstehenden Maria Magdalena von Tizian lässt sich das Charakteristikum der veneziani-schen Malerei schon gut erkennen. Die Umrisse sind an vielen Stellen aufgelöst, es dominiert die Farbe. Genau das ist Tizian aber von den an der florentiner Kunst geschulten Malern vorgehalten worden. So soll Michelangelo (nach Vasari) über ihn gesagt haben: „Tizians Kolorit und Manier gefalle ihm sehr wohl, es sei nur schade, dass man in Venedig nicht von Anfang an gut zu zeichnen lerne und dass jene Meister nicht in einer besseren Weise Studien machten.“
Es wird in dem Vortrag aber deutlich werden, dass diese Kritik so nicht berechtigt ist. Tizian und die anderen venezianischen Künstler wussten sehr wohl zu zeichnen.

Do, 6.12.2018, 19:00 Uhr – Gubbio einmal anders. Die Iguvinischen Tafeln und das Aussterben der Dinosaurier

In Archiv | Archivio, Vorträge | Conferenze zu 4. Dezember 2018 um 19:18
Lichtbildervortrag – Alexander Mlasowsky
Ort: Theatermuseum, Veranstaltungssaal Prinzenstraße 9, 30159 Hannover.
Der Italienreisende kommt um die kleine Stadt Gubbio nicht herum. Die verwinkelten Gassen, die Piazza Grande und der Palazzo dei Consoli stellen pittoreske Zeugnisse des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit dar. Damit reiht sich Gubbio als ein weiteres Juwel in die schönen umbrischen Städtchen ein. Doch verfügt Gubbio über zwei Besonderheiten, die fast nicht unterschiedlicher sein können und dem Ort in wissenschaftlicher Hinsicht eine Bedeutung von Weltruf verleihen. Der Vortrag will sich vorrangig mit einem Schatz sprachwissenschaftlicher Art und einem weiteren aus dem Bereich der historischen Geologie befassen. Die archäologische Sammlung im Priorenpalast beherbergt sieben einzigartige Bronzetafeln mit Inschriften aus dem 3.-1.Jh.v.Chr., die nicht nur im umbrischen und lateinischen Schriftbild verfasst wurden, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum weitgehend unbekannten umbrischen Dialekt und zur frühen lateinischen Sprache darstellen. Die niedergeschriebenen Anrufungsformeln für Götter stammen von ortsansässigen Priestern und bieten zudem einen interessanten Einblick, wie sich im Gebet und Kult die Interaktion zwischen Göttern und Menschen vorgestellt wurde.
Außerhalb von Gubbio ist entlang einer gebirgigen Straße eine offene Flanke mit in der Farbe deutlich unterschiedlichen Schichtenfolgen zu beobachten. Geologen und Paläontologen aus aller Welt kommen dorthin, um die Schichten zu untersuchen. Sie bilden das Zeugnis eines der furchtbarsten Katastrophen, die die Erde jemals getroffen hat. Vor etwa 66,5 Millionen Jahren schlug an der Nordküste von Yucatan (Mexiko) ein im Durchmesser ca. 10 bis 15 Kilometer großer Meteorit ein und leitete eine der größten Massenaussterbewellen der Erdgeschichte ein, deren prominenteste Opfer die Dinosaurier sind. Die rund um die Erde rasende Hitzewelle, der unbeschreiblich hohe Tsunami und die gewaltigen Auswurfmasssen verwüsteten die gesamte Erde. Die in die Atmosphäre geblasenen Reste des Meteoriten und des Gesteins aus dem Krater sowie fossile Zeugnisse des gewaltsamen Todes sind oberhalb der lieblichen Ortschaft Gubbio auf eindrückliche Weiß nachweisbar.
So liegen ungewollt in Gubbio die Belege einer gewaltigen Zerstörung dicht neben den beschwörenden, in Bronze gegossenen Gebeten der antiken Priester, die Gotter mögen bitte Katastrophen dieser und anderer Art verhindern, beieinander.
Gubbio: Palazzo dei Consoli (Quelle: Wikimedia)